In den vergangenen Monaten ist hier einiges entstanden: ein digitales Schnittmuster, eine Nähanleitung, Fotos und diese Website. Mit der BRIGITTE Bluse kann ich nun zeigen, woran ich gearbeitet habe.
Mit BARBARA et Co. ein neues Kapitel aufzuschlagen, war eine bewusste Entscheidung. Ich wusste, dass es meinen vollen Einsatz brauchen würde, und wollte mich dafür bereit fühlen. Bis es so weit war, hat es eine Weile gedauert. Die Zeit zum Nachdenken hat mir gezeigt, wie sehr mir das Entwerfen und Nähen gefehlt hatte. Seit Anfang 2026 arbeite ich neben dem Familienalltag daran. Ende Juli begann die konkrete Umsetzung: Aus den ersten Überlegungen wurde nach und nach das, was hier heute zu sehen ist. Vieles ist nachts entstanden, in den stillen Stunden, wenn es zu Hause ruhig geworden war.
Hinter einem digitalen Schnittmuster steckt weit mehr als die Schnittentwicklung. Probestücke werden genäht und jedes Modell auf Herz und Nieren geprüft. Dazu kommen Nähanleitungen, PDF-Dateien, Fotos, die Website und das Marketing auf Social-Media-Plattformen. Vieles entsteht parallel, und mit jedem Schritt wächst auch das Wissen darüber, wie diese Bereiche zusammenspielen.
Ich mag diese Vielseitigkeit. Schneiderei und Schnittentwicklung sind mir vertraut; die digitale Seite eröffnet neue Aufgaben – vom Digitalisieren der Schnitte über die Vorbereitung der Download-Dateien bis zum Aufbau dieser Website. Dabei finde ich gern heraus, wie die verschiedenen Anwendungen funktionieren, und setze das Gelernte direkt um. Die Website hat mehr Zeit beansprucht, als mir lieb war. Gleichzeitig hat diese Arbeit gezeigt, wie viel sich mit Zeit und Neugier selbst erschließen lässt. All das kommt schließlich im fertigen Schnittmuster zusammen.
Am meisten liebe ich es, wenn aus einer Idee ein Kleidungsstück wird. Genauso gern nehme ich etwas noch einmal in die Hand: überarbeite einen Entwurf, prüfe einen Schritt erneut oder mache eine Erklärung verständlicher. Für mich gehört das Verbessern zur Freude am Gestalten. Oft ist es eine kleine Veränderung, die eine Idee weiterbringt oder das Nähen leichter macht. Dieselbe Neugier steckt in den Entwürfen: Wie fällt der Stoff? Stimmen die Proportionen? Könnte ein Detail noch klarer oder schöner sein?
Wenn ich etwas entwickle, schaue ich zuerst genau hin: Was ist heute Standard, welche Möglichkeiten bieten aktuelle Werkzeuge, und was braucht jemand, der damit arbeiten soll? Von dort aus suche ich nach dem nächsten sinnvollen Schritt – einer klareren Erklärung, einem durchdachten Detail oder einer einfacheren Lösung. So entstehen meine eigenen Maßstäbe: aus Erfahrung, Neugier und dem Wunsch, das Nähen ein Stück leichter zu machen.
Ich liebe Details – auch die, die man nicht sofort sieht. Ein schönes Futter kann für mich schon der Grund sein, ein Kleidungsstück haben zu wollen. Für mich verdient die Innenseite genauso viel Aufmerksamkeit wie die Außenseite.
Ein weiterer Grund, warum mich Schnittmuster reizen, ist der Raum für etwas Eigenes. Früher musste man manchmal lange suchen, um herauszufinden, woher ein Kleidungsstück stammt, das man an jemandem gesehen hatte. Heute reicht oft ein Foto für die Bildsuche, um dasselbe oder ein ähnliches Stück zu finden. Gerade deshalb finde ich es schön, selbst zu entscheiden: einen Stoff auszuwählen, einen Ärmel zu verändern und zu sehen, wie eine kleine Entscheidung das ganze Kleidungsstück prägt. Selbst wenn dasselbe Schnittmuster der Ausgangspunkt ist, kann das Ergebnis eine ganz eigene Handschrift tragen.
Je mehr sich unser Alltag auf Bildschirmen abspielt, desto wichtiger wird es für mich, auch etwas mit den eigenen Händen zu machen – selbst wenn es einfach ein Hobby ist, wie das Nähen. Gerade wenn der Berufsalltag ganz andere Dinge verlangt, kann das ein wohltuender Ausgleich sein. Sich auf einen Stoff, eine Naht und den nächsten kleinen Schritt zu konzentrieren, bringt Ruhe. Dieses Arbeiten mit den Händen schafft ein Stück Balance. Und es macht auf eine besondere Weise zufrieden, wenn daraus ein Kleidungsstück entsteht, das man am Ende in den Händen hält und tragen kann.
BRIGITTE ist das erste Schnittmuster. Als Nächstes plane ich einen Rock, der sich gut mit der Bluse kombinieren lässt. Außerdem denke ich über weitere Ärmelvarianten nach – für den Sommer oder einfach für einen anderen Look.
Im Journal möchte ich neue Entwürfe, kleine Fortschritte und Gedanken teilen, die mich dabei beschäftigen. Dazu gehören auch Beobachtungen und Gedanken aus dem Alltag.